NEW YORK – Die Opernsaison 2025/2026 im Kino neigt sich ihrem Ende zu, setzt aber zum Finale einen künstlerischen Höhepunkt von weltweiter Bedeutung. Mit Gabriela Lena Franks Oper „El último sueño de Frida y Diego“ steht am 30. Mai das turbulente Leben und die komplexe Beziehung der beiden mexikanischen Kunstikonen Frida Kahlo und Diego Rivera im Mittelpunkt. Die Produktion der Metropolitan Opera (Met) wird live auf über 200 Leinwände in Deutschland und Österreich übertragen. Ein besonderer Glanz liegt auf der Aufführung, da die Komponistin Gabriela Lena Frank mit dem diesjährigen Pulitzer-Preis für Musik (Pulitzer Prize for Music) ausgezeichnet wurde.
Ein letztes Wiedersehen am Tag der Toten
Das Werk entführt das Publikum in das Jahr 1957, genau drei Jahre nach dem Tod von Frida Kahlo. Am traditionellen mexikanischen „Día de los Muertos“ (Tag der Toten) sehnt sich der schwer kranke Diego Rivera nach seiner verstorbenen Frau. Die Hüterin der aztekischen Unterwelt, La Catrina, gewährt Kahlo die Erlaubnis, für einen Tag in die Welt der Lebenden zurückzukehren.
In einer farbenprächtigen Inszenierung durchleben die beiden Künstler noch einmal ihre leidenschaftliche, aber auch von Schmerz und Untreue geprägte Liebe. Das Libretto zu dieser emotionalen Reise stammt aus der Feder des Dramatikers Nilo Cruz, der ebenfalls bereits mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.
Starbesetzung und Debüts auf der New Yorker Bühne
Die musikalische und szenische Umsetzung versammelt hochkarätige Künstler im weltberühmten Opernhaus in New York. Die Mezzosopranistin Isabel Leonard übernimmt die Rolle der von chronischen Schmerzen gezeichneten Frida Kahlo. Ihr zur Seite steht der Bariton Carlos Álvarez als untröstlicher Diego Rivera.
Für das deutsche Publikum ist die Besetzung des Countertenors Nils Wanderer von besonderem Interesse. Der vielseitige Performancekünstler feiert in der Rolle des jungen Schauspielers Leonardo sein Debüt an der Met. In weiteren Rollen ist die nicaraguanisch-amerikanische Sopranistin Gabriella Reyes als La Catrina zu hören. Die musikalische Leitung der Premiere liegt in den Händen von Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin.
Bildgewaltiges Spektakel inspiriert von Meisterwerken
Die Inszenierung der Choreografin Deborah Colker fängt die Ästhetik der Gemälde von Kahlo und Rivera visuell ein. Das Bühnen- und Kostümdesign von Jon Bausor transformiert die ikonischen Traumwelten des Paares direkt auf die Opernbühne. Kritiker lobten die Partitur von Frank im Vorfeld als fantasievoll und voller frischer Individualität.
Die Live-Übertragung am 30. Mai bildet den Abschluss der Reihe „Met Live im Kino“ für diese Spielzeit. Der Kartenvorverkauf in den teilnehmenden Kinos in Deutschland läuft bereits.
