HERZOGENAURACH – Anlässlich der Trainingseinheit der Fußball-Nationalmannschaft in Herzogenaurach haben die Tierschutzorganisation VETO Tierschutz und der Aktivist Nathan Goldblat eine Protestaktion durchgeführt. Rund 200 Menschen schlossen sich der Demonstration an, um auf das Schicksal von Straßenhunden im kommenden WM-Gastgeberland Marokko aufmerksam zu machen. Nach Berichten der Nachrichtenagentur NDTV sollen dort bis zur Weltmeisterschaft im Jahr 2030 rund drei Millionen Straßenhunde getötet werden, um ein vermeintlich sauberes Stadtbild zu präsentieren. Die Demonstrierenden forderten mit dem Slogan „Kein Mord für den Fußball“ ein klares Eingreifen des Weltfußballverbandes (FIFA) und der Sponsoren.
Kritik an der FIFA und dem Sponsor Adidas
Die Tierschützer nehmen insbesondere den Weltverband und große Wirtschaftsunternehmen in die Pflicht. Während sich die Aufmerksamkeit auf das sportliche Großereignis richte, finde hinter den Kulissen eine grausame Säuberungswelle statt, erklärte Leoni Feurstein von VETO Tierschutz. Die Tiere würden auf offener Straße erschossen, vergiftet und auf billigste Weise umgebracht. Die Organisation fordert die FIFA auf, diese Tierquälerei nicht länger zu ignorieren und Druck auf die marokkanischen Behörden auszuüben. Auch Sponsoren wie der Sportartikelhersteller Adidas mit Sitz in Herzogenaurach stünden in der gesellschaftlichen Verantwortung, sich für einen sofortigen Stopp der Tötungen einzusetzen.
Augenzeugen berichten von dramatischen Zuständen
Eine Mitarbeiterin der Organisation, die sich derzeit zur Lagebeurteilung in Marokko aufhält, beschreibt die Situation vor Ort als extrem bedrückend. Das Leid der Tiere finde für jeden sichtbar im öffentlichen Raum statt, da es keine regulären Tötungsstationen gebe.
Alltag zwischen Gewalt und Vernachlässigung
Auf den Straßen Marokkos gehören verletzte und kranke Tiere laut den Berichten zum Alltag. Viele Hunde weisen offene Wunden, schwere Hautkrankheiten oder unbehandelte Knochenbrüche auf. Besonders erschütternd sei die Normalität, mit der die lokale Bevölkerung auf das Sterben der Tiere reagiere. Während der normale Alltag mit Einkäufen und spielenden Kindern weiterlaufe, verendeten die Hunde oft nur wenige Meter daneben. Im Vergleich zu anderen internationalen Hilfsprojekten wurde die Lage in Marokko von den Helfern als besonders präsent und belastend eingestuft.
