KÖLN – Der Deutsche Kamerapreis würdigt in diesem Jahr eine der prägendsten Figuren der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Wie das Kuratorium bekannt gab, wird der Kameramann Torsten Breuer mit dem diesjährigen Ehrenpreis ausgezeichnet. Mit über 40 Produktionen hat Breuer die visuelle Ästhetik des deutschen Kinos über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet.
Eine Karriere zwischen Rhythmus und technischer Meisterschaft
In der Begründung des Kuratoriums wird insbesondere Breuers Fähigkeit hervorgehoben, stilistische Vielfalt mit technischer Präzision zu verbinden. Die Experten betonten, dass seine Arbeit weit über die reine Bildgestaltung hinausgeht. „Sein Schaffen zeugt von einer bemerkenswert kreativen Bandbreite“, so das Gremium.
Breuer selbst sieht seine Arbeit eng mit der Musik verknüpft. Für ihn ist die Kameraarbeit eine Frage des Rhythmus und der Bewegung. Der 1954 auf Norderney geborene Künstler verfolgt dabei einen strengen emotionalen Kompass: Er lehnte Projekte konsequent ab, wenn ihn das Drehbuch nicht persönlich berührte – selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Von „Abgeschminkt“ bis „Ballon“: Ein vielseitiges Gesamtwerk
Torsten Breuers filmische Reise begann an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München. Dort knüpfte er Kontakte, die das deutsche Kino nachhaltig beeinflussten. Zu seinen wichtigsten Stationen gehören:
- Zusammenarbeit mit Katja von Garnier: Durchbruch mit „Abgeschminkt“ (1992) und dem Kultfilm „Bandits“ (1997).
- Erfolge mit Dennis Gansel: Bildgewaltige Dramen wie „Napola – Elite für den Führer“ (2004) und der moderne Klassiker „Die Welle“ (2007).
- Kooperationen mit Michael Bully Herbig: Visuelle Gestaltung von Blockbustern wie „Ballon“ (2018) und „Tausend Zeilen“ (2022).
- Auszeichnungen: Für die Krimikomödie „Jerry Cotton“ erhielt er bereits 2011 den Deutschen Kamerapreis.
Interessanterweise startete Breuer seine Laufbahn auch als Filmkomponist und schrieb unter anderem die Musik für Sönke Wortmanns Erfolgskomödie „Der bewegte Mann“ (1994).
Die Preisverleihung in Köln
Die feierliche Übergabe des Ehrenpreises findet am 8. Mai 2026 in Köln statt. Die Veranstaltung steht unter der Federführung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und markiert den Höhepunkt des 36. Deutschen Kamerapreises. Neben der Ehrung für Breuer werden in verschiedenen Kategorien – von Fiktion Kino bis hin zum Nachwuchspreis – insgesamt 35 Nominierte auf die begehrten Trophäen hoffen.
Mit der Aufnahme in den Kreis der Ehrenpreisträger reiht sich Torsten Breuer neben Größen wie Judith Kaufmann, Frank Griebe und Rainer Klausmann ein, die allesamt für richtungsweisende Leistungen in der Bildgestaltung geehrt wurden.
Alle Nominierten für den diesjährigen DEUTSCHEN KAMERAPREIS finden Sie unter deutscher-kamerapreis.de.
Die Preisverleihung ist am 8. Mai um 19 Uhr erstmals als Livestream in der ARD Mediathek zu sehen.
