LKA NRW startet neue Befragung zur Sicherheitslage

Das Landeskriminalamt schreibt 20.000 Menschen in 94 Kommunen an. Die Studie SKiD soll das Dunkelfeld der Kriminalität und das Sicherheitsgefühl untersuchen.

DÜSSELDORF – Das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen verschickt in diesen Tagen Post an 20.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in 94 Kommunen des Landes. Die Empfänger haben die Möglichkeit, an der neuen Erhebungswelle der bundesweiten Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD) teilzunehmen. Ziel der Befragung ist es, polizeiliche Präventionsstrategien zu optimieren und das Vertrauen in die Exekutive zu stärken.

Dunkelfeldstudie soll Polizeiarbeit präzisieren

Die repräsentative Bevölkerungsbefragung SKiD wird im Auftrag der Innenministerkonferenz (IMK) durchgeführt und durch das Bundeskriminalamt (BKA) federführend koordiniert. Da viele Straftaten der Polizei nicht gemeldet werden, dient die Studie dazu, dieses sogenannte Dunkelfeld aufzuhellen.

Ingo Wünsch, Direktor des LKA NRW, betont die Wichtigkeit der Teilnahme: „Sollten Sie zu den 20.000 Menschen ab 16 Jahren aus NRW zählen, die zu Forschungszwecken angeschrieben werden, nehmen Sie sich bitte die Zeit und helfen Sie, mit Ihren Angaben die polizeiliche Arbeit weiter nach vorne zu bringen.“ Die Beantwortung des Fragebogens nimmt etwa 30 bis 45 Minuten in Anspruch.

Fokus auf Bedrohungsszenarien und Polarisation

In der nun startenden dritten Erhebungswelle stehen neue Schwerpunkte im Fokus der Forschung. Während in den vergangenen Wellen das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum sowie Zivilcourage thematisiert wurden, geht es aktuell um spezifischere gesellschaftliche Entwicklungen.

„Wir fragen gezielt nach der Wahrnehmung von Bedrohungsszenarien und polarisierenden Einstellungen“, erklärt Dr. Maike Meyer, Leiterin des Dezernats zur Kriminalprävention beim LKA. Die gewonnenen Daten zu persönlichen Kriminalitätserfahrungen und dem Anzeigeverhalten seien essenziell, um nachhaltige Strategien gegen Unsicherheiten in der Bevölkerung zu entwickeln.

Echtheitsprüfung zum Schutz vor Betrug

Um sicherzustellen, dass die Bürger nicht Opfer von Betrugsversuchen werden, liegt jedem ersten Anschreiben ein Informationsblatt zur Überprüfung der Echtheit bei. Das LKA rät dazu, jedes Schreiben kritisch zu prüfen, auch wenn in diesem Fall keine sensiblen Bankdaten abgefragt werden.

Ablauf und Datenschutz der Befragung

Wer für die Studie ausgewählt wurde, erhält zunächst ein offizielles Ankündigungsschreiben. Der eigentliche Fragebogen folgt Ende des Monats. Die Teilnahme ist auf zwei Wegen möglich:

  • Schriftlich: Der ausgefüllte Bogen kann kostenlos per Post zurückgesendet werden.
  • Online: Über einen im Schreiben enthaltenen QR-Code ist eine digitale Teilnahme möglich.

Mit der praktischen Durchführung wurde das Umfrageinstitut „Verian“ beauftragt. Ein strenges Anonymisierungsverfahren stellt sicher, dass das LKA lediglich anonymisierte Ergebnisse erhält. Namen oder Adressen der Teilnehmer werden nicht mit den Antworten verknüpft, sodass ein Rückschluss auf Einzelpersonen ausgeschlossen ist.

Wissenschaftliche Basis für Kriminalprävention

Die Auswertung der Daten für Nordrhein-Westfalen erfolgt durch die Kriminalistisch-kriminologische Forschungsstelle (KKF) des LKA. Diese Institution arbeitet regelmäßig mit Universitäten zusammen, um polizeiliche Ermittlungen, Gefahrenabwehr und den Opferschutz wissenschaftlich fundiert zu verbessern. Bundesweit werden insgesamt rund 200.000 Menschen angeschrieben, um ein aussagekräftiges Bild der Sicherheitslage in Deutschland zu erhalten.

Das Beste von tagimupls

Die beliebtesten Artikel