Mothers of Chibok gewinnt Hauptpreis beim Human Rights Film Festival

Das Human Rights Film Festival Berlin hat die besten Dokumentarfilme des Jahres ausgezeichnet. Im Fokus standen dabei starke Frauen und ihr mutiger Kampf für Gerechtigkeit.

BERLIN – Mit einer feierlichen Preisverleihung vor rund 450 Gästen hat das Human Rights Film Festival Berlin (HRFFB) die herausragendsten Werke seiner diesjährigen Ausgabe geehrt. Im Mittelpunkt standen Filme, die Stimmen Gehör verschaffen, die im öffentlichen Diskurs oft ignoriert werden. Die Festivalleitung betonte die Dringlichkeit, diesen Geschichten von Resilienz und Mut gerade in der heutigen Zeit zuzuhören.

Willy Brandt Dokumentarfilmpreis für Mothers of Chibok

Der mit 5.000 Euro dotierte Willy Brandt Dokumentarfilmpreis ging an den Regisseur Joel Kachi Benson für sein Werk „Mothers of Chibok“. Der Film begleitet vier Mütter im Nordosten Nigerias, deren Töchter im Jahr 2014 von der Terrorgruppe Boko Haram entführt wurden. Benson zeigt eindrucksvoll, wie die Frauen gegen das Vergessen kämpfen und sich gleichzeitig für die Bildungsgerechtigkeit und die Zukunft ihrer Kinder einsetzen.

Der Historiker Prof. Dr. Peter Brandt übergab die Auszeichnung im Namen der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Die Jury lobte besonders die intime Erzählweise, die nicht nur den Verlust, sondern auch den unermüdlichen Widerstand der betroffenen Frauen sichtbar mache. Eine lobende Erwähnung in dieser Kategorie erhielt zudem der Film „Shot – the Voice of Freedom“ von Zainab Entezar, der den Überlebenskampf afghanischer Frauen thematisiert.

Mothers of Chibok gewinnt Hauptpreis beim Human Rights Film Festival

Jugendjury und Publikum ehren internationale Produktionen

Auch junge Perspektiven fanden beim Festival besondere Beachtung. Die fünfköpfige Jugendjury, die in Kooperation mit der Organisation Schulen gegen den Hunger (Sgh) agiert, zeichnete den armenischen Beitrag „There Was, There Was Not“ von Emily Mkrtichian aus. Der Film porträtiert vier Frauen, die durch den Bergkarabach-Konflikt ihre Heimat verloren haben, und dient als Zeugnis für den Erhalt kultureller Identität trotz Vertreibung.

Den begehrten Publikumspreis sicherte sich Augusto Zegarra mit „Runa Simi“. Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines Synchronsprechers in Peru, der internationale Filme auf Quechua, der meistgesprochenen indigenen Sprache Amerikas, vertonen möchte. Der Film unterstreicht das Recht auf kulturelle Teilhabe und den Erhalt muttersprachlicher Erzähltraditionen.

Deutschlandpremiere von Birds of War als Höhepunkt

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Deutschlandpremiere von „Birds of War“. Der Film von Janay Boulos und Abd Alkader Habak, der bereits auf dem Sundance Film Festival 2026 ausgezeichnet wurde, blickt auf 13 Jahre Revolution, Krieg und Exil im Libanon und Syrien zurück. Die Filmemacher waren persönlich in Berlin anwesend, um ihr Werk vorzustellen.

Festivalprogramm im Online-Streaming verfügbar

Für alle, die die Vorführungen in den Berliner Kinos verpasst haben, bietet das HRFFB eine digitale Verlängerung an. Vom 19. bis zum 30. April sind ausgewählte Dokumentarfilme aus den Bereichen Klimagerechtigkeit, Meinungsfreiheit und Flüchtlingsrechte im Online-Stream verfügbar. Tickets für das digitale Angebot können ab dem 19. April über die offizielle Website des Festivals erworben werden. Insgesamt präsentierte das Festival in diesem Jahr 24 Filme, die durch zahlreiche Diskussionen mit Aktivisten und Regisseuren ergänzt wurden.
Vollständiges Programm: www.hrffb.de.

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