Bayerische Exportwirtschaft: Rückschlag im US-Handel belastet

Trotz eines leichten Plus bei bayerischen Exporten im Februar 2026 warnt die vbw vor kommenden Einbrüchen durch globale Konflikte und schwache US-Geschäfte.

MÜNCHEN – Die bayerische Wirtschaft verzeichnete im Februar 2026 eine leichte Zunahme ihrer Exporte, sieht sich jedoch mit massiven Herausforderungen auf zentralen Weltmärkten konfrontiert. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilte, exportierte der Freistaat Waren im Wert von rund 19,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Gleichzeitig stiegen die Importe deutlich um 5,6 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro an. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) mahnt trotz der positiven Tendenz zur Vorsicht.

Sorge vor Auswirkungen des Iran-Konflikts

Obwohl der Außenhandel vorerst im Aufwind scheint, weist die vbw darauf hin, dass die vorliegenden Daten den Zeitraum vor der Eskalation des Iran-Konflikts abbilden. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte, dass die drohende Blockade der Straße von Hormus die Handelsbilanz künftig erheblich belasten werde.

Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen aufgrund dieser geopolitischen Spannungen wieder ins Negative rutschen könnten. Die bayerische Exportwirtschaft bleibe somit fest im Griff einer schwierigen außenwirtschaftlichen Lage.

Dramatischer Rückgang im Handel mit den USA und China

Besonders besorgniserregend entwickelt sich das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Absatzmarkt für bayerische Produkte. Die Ausfuhren in die USA brachen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro ein. Als Hauptgrund nennt die vbw die unberechenbare Zoll- und Handelspolitik von Donald Trump, die den transatlantischen Handel massiv erschwert.

Auch der Handel mit der Volksrepublik China verzeichnete einen Rückgang von zehn Prozent. Neben der allgemeinen konjunkturellen Schwäche in China machen der bayerischen Wirtschaft zunehmende Wettbewerbsverzerrungen zu schaffen, durch die lokale Konkurrenten gestärkt werden.

Europäischer Binnenmarkt als Stabilitätsanker

Einen positiven Gegenpol bildet hingegen der Handel innerhalb Europas. Die gesamten Ausfuhren Bayerns in die Länder der Europäischen Union (EU) stiegen um rund zehn Prozent. Insbesondere der Export nach Österreich, Frankreich, Italien und Polen konnte deutlich ausgeweitet werden. In Zeiten globaler Unsicherheit erweise sich der europäische Binnenmarkt laut Brossardt zunehmend als unverzichtbarer Stabilitätsanker für die heimische Wirtschaft, den es entschlossen zu stärken gelte.

Krise bei Kernbranchen: Pkw und Maschinenbau unter Druck

Ein Blick auf die wichtigsten Exportgüter offenbart strukturelle Probleme in den bayerischen Vorzeigesektoren. Sowohl der Automobilsektor als auch der Maschinenbau mussten im Februar erneut Rückgänge hinnehmen:

  • Personenkraftwagen (Pkw): Rückgang um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
  • Maschinenbau: Rückgang um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Brossardt warnte, dass Bayern zunehmend Marktanteile bei jenen Gütern verliere, die jahrzehntelang den wirtschaftlichen Markenkern des Standorts ausmachten.

vbw fordert strukturelle Reformen der Bundesregierung

Angesichts der extrem schwierigen Lage und des Chaos in der Weltwirtschaft fordert die vbw schnelle politische Reaktionen auf nationaler Ebene. Die schwarz-rote Bundesregierung müsse dringend strukturelle Reformen umsetzen, um den Standort von innen heraus attraktiver zu gestalten.

„Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren“, erklärte Brossardt. Es brauche jetzt den Mut zu unbequemen Entscheidungen, um den heimischen Unternehmen durch verbesserte Standortbedingungen die nötige Rückendeckung in einem instabilen globalen Umfeld zu verschaffen.

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